Was machst du mal mit deinem Leben?

Freitag, 1. Mai 2015 | |


"Was machst du mal mit deinem Leben?" Ich bin sicherlich nicht die einzige Person, der momentan täglich diese Frage gestellt wird. Und nein, ich übertreibe auch nicht bei der Verwendung des Wortes täglich. Die Ansichten dazu wandeln sich regelmäßig und wenn ich diesen Beitrag im nächsten Jahr lese, wird sich meine Einstellung wahrscheinlich komplett geändert haben. Über die Jahre hinweg wollte ich so einiges machen: Wollte Detektivin sein, wollte Paläontologin sein, wollte auf abenteuerliche Dschungelexpeditionen gehen und zugegeben bin ich davon heutzutage auch nicht abgeneigt, haha.
Aber gerade gestern, als ich so in meinem Deutschabitur saß, mir gerade eine kleine Pause mit einem mega leckerem Schinken-Käse-Brot (An dieser Stelle nochmal einen Shoutout an die Mutter meiner besten Freundin!) gegönnt habe, ist mir eines klar geworden: Ich bin glücklich und dankbar für alles was ich habe. Der ganze Druck ist plötzlich verflogen und ob ich jetzt mein Abitur mit 1,9 oder 2,0 abschließe, war nicht mehr relevant. Damit will ich nicht sagen man sollte das nicht ernst nehmen. Im Gegenteil, ich glaube man braucht Erfolgserlebnisse, Misserfolge und Aufgaben, die man bewältigen muss, um zu wachsen. Aber dieser ganze unnötige Stress war plötzlich weg, ich habe mein Bestes gegeben und habe die Prüfung auch tatsächlich hinter mir gelassen, als ich sie abgeschlossen habe. Klar, man hätte immer mehr machen können. Man will die Eltern nicht enttäuschen, ja, nicht mal den Hausarzt, der 2 mal im Jahr fragt wie man denn in der Schule steht.  Jeder hat mal so seine Phasen, in denen er unglücklich ist und sich frägt was man eigentlich gerade mit seinem Leben anfängt. Besonders frustrierend ist, wenn man auf diese simple Frage keine Antwort weiß. Was soll man denn bitte allen anderen sagen, wenn man sie schon selbst nicht ganz im Stillen beantworten kann?
Gar nichts.
Weil es sie nichts angeht und man sich nicht vor ihnen rechtfertigen muss. DU machst mit deinem Leben was du möchtest. Und wenn du Lust hast im Supermarkt an der Kasse zu stehen und du damit zufrieden bist, warum solltest du dich verbiegen? Und wenn du dich als Künstler ausleben möchtest, anstatt das solide BWL-Studium zu durchlaufen, warum solltest du das aufgeben?
Das einzige was passieren kann ist, dass du vernünftig auf die Schnauze fällst. Damit sollte man umgehen können und flexibel sein, bereit auch mal Jobs zu machen, die man nicht für den Rest seines Lebens ausüben möchte. Fakt ist, dass wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben. Was wir daraus machen, ist unser Bier.
Natürlich habe ich auch Pläne und Ziele, die ich gerne erreichen würde aber eben keinen sicher gepflasterten Weg. Das ist ok, denn man findet schon das richtige für sich. Genau aus diesem Grund kann ich auf die Frage "Was machst du mal mit deinem Leben?" getrost mit "Ich weiß es nicht, aber du kriegst es schon früh genug mit" antworten.

1 Kommentar:

  1. Sehr schöner Artikel!
    Es zeigt mir, dass wir alle Zeit und alle Möglichkeiten haben. Ich muss gar nicht stressen, der richtige Weg wird sich schon sehr bald zeigen :)

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